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Geschichte

 

Entstehung von Wing Chun

 

Zur Entstehungsgeschichte des Wing Chun existieren verschiedene Überlieferungen. Inwieweit diese den Tatsachen

entsprechen, kann aufgrund fehlender wissenschaftlicher Belege nicht mehr überprüft werden. Es wurde über Hunderte

von Jahren entwickelt und soll seine Wurzeln im berühmten Shaolin-Kloster haben. Dabei wird von einem südlichen

Shaolin-Kloster berichtet, das im Gegensatz zum nördlichen Shaolin-Kloster heute nicht mehr existiert.

Eine andere Version besagt, dass sich einige sehr gute Kämpfer im alten China in einem Kloster in der „Halle des

immerwährenden Frühlings“ (永春堂, Yǒngchūn Táng) trafen und dort zusammen diesen Stil entwickelten.

Unumstritten ist jedoch, dass sich alle Wing-Chun-Stile in irgendeiner Form auf die rote Dschunke (红船, hóng chuán),

eine Operntruppe, beziehen. So lernten viele historisch nachweisbare Personen, die in der Entwicklung des Wing Chun

eine Rolle spielten wie zum Beispiel Leung Jan (梁赞, Liáng Zàn), von Schauspielern der Roten Dschunke.

Die frühesten schriftlichen Aufzeichnungen datieren aus dem Jahr 1854, belegt durch Schriftforschungen des Foshan-Museums und der Chin Woo Athletics Association of Foshan.[3]

Die in Deutschland häufig anzutreffende Angabe, Wing Chun sei etwa 300 Jahre alt, ist in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in Hongkong entstanden.

 

Legende von der Shaolin-Nonne und ihrer Schülerin Yim Wing Chun

 

Gemäß mündlicher Überlieferung waren während der Qing-Dynastie (1644–1911) die Shaolinmönche aufgrund ihrer Kampfkunst

derart berühmt, dass sich der damalige Kaiser Kangxi Sorgen um seinen Einfluss machte und beschloss, die Mönche zu töten und

das (südliche) Shaolinkloster zu vernichten. Dies misslang, da die Mönche starken Widerstand leisteten. Der Beamte Chan Man Wai

wollte sich einen Namen verschaffen und schmiedete einen Plan, für den er sich u. a. mit Ma Ning Yee verschwor, welcher das Kloster

von innen heraus in Brand setzte. Dabei kamen die meisten Klosterbewohner ums Leben. Die buddhistische Meisterin

Ng Mui (吳梅, Wú Méi), der Abt des Klosters Meister Chi Sin (至善禅师, Zhì Shàn chánshī) mit den meisten Schülern, Meister Pak Mei

(白眉道人, Bái Méi dàorén), Meister Fung To Tak (冯道德, Féng Dàodé) und Meister Miu Hin (苗显, Miáoxiǎn) konnten entkommen.

Sie waren die Führer der fünf Shaolin-Stile und wurden die „Fünf Älteren“ genannt.

Die Authentizität dieser Überlieferung ist umstritten. Kangxi war eher ein Unterstützer zumindest des nördlichen Shaolinklosters,

wie eine über dessen Eingang angebrachte Kalligrafie noch heute belegt.

Nach der Zerstörung des Klosters trennten sich die Überlebenden, um der Mandschu-Regierung leichter zu entkommen.

Meister Chi Sim nahm eine Tarnidentität als Koch auf einer „Roten Dschunke“ an. So wurden Transportschiffe einer Operntruppe

bezeichnet, die üblicherweise mit roter Farbe gestrichen und bunten Fahnen geschmückt waren. Die Nonne Ng Mui dagegen ließ

sich im Weißer-Kranich-Tempel (白鹤观, Báihè Guān) am Tai-Leung-Berg (大凉山, Dàliáng Shān) nieder, wo sie sich der Kampfkunst

und dem Chan widmen konnte.

Am Marktplatz eines nahen Dorfes lernte Ng Mui ein junges Mädchen namens Yim Wing Chun (严咏春, Yán Yǒngchūn) und deren

Vater Yim Yee kennen, welche dort Tofu verkauften. Die beiden waren aus ihrer Heimat in der Provinz Guangdong geflüchtet,

da Yim Yee in eine Gerichtssache verwickelt war (man sagt, unschuldig), die ihn das Leben hätte kosten können. Als Schüler des

Shaolin-Klosters hatte er einige Kampftechniken erlernt und sorgte in seiner Gegend für Gerechtigkeit. Die resultierenden

Schwierigkeiten zwangen ihn, seine Heimat zu verlassen und sich am Tai-Leung-Berg niederzulassen. Der Legende nach hat die

Kampfkunst dem Mädchen Yim Wing Chun seinen Namen zu verdanken.

Die heranwachsende Yim Wing Chun zog den im Ort als einen notorischen Schläger bekannten Wong derart an, dass er um ihre

Hand anhielt. Doch sie war schon als kleines Kind Leung Bok Chau (梁博俦, Liáng Bóchóu), einem Salzkaufmann aus Fujian,

versprochen worden. Wong schickte einen Boten, setzte Yim Wing Chun eine Frist und drohte, Gewalt anzuwenden, falls sie sich

ihm verweigerte. Vater und Tochter lebten von nun an in großer Sorge, da niemand im Dorf Wong, dem Kampfkünstler und Mitglied

einer Geheimgesellschaft, gewachsen war.

Ng Mui erkannte als regelmäßige Kundin Yim Yees, dass die beiden von Sorgen gequält wurden. Schließlich erzählte Yim Yee von Wong.

Ng Mui beschloss, Yim Wing Chun zu helfen, wollte den Bösewicht aber nicht selbst bestrafen, da sie ihre Tarnidentität nicht aufgeben

wollte und ein Kampf zwischen ihr, der Meisterin aus dem Shaolin-Kloster, und einem Dorfschläger unfair und ruhmlos gewesen wäre.

Deshalb brachte sie Yim Wing Chun ihre neue Kampfkunst bei. Nach nur drei Jahren Privatunterricht hatte diese das neue Kampfsystem

gemeistert. Ng Mui schickte sie nach der Ausbildung im Weißer-Kranich-Tempel zurück zu ihrem Vater. Sofort wurde Yim Wing Chun

wieder von Wong bedrängt, doch dieses Mal forderte sie ihn zum Kampf auf. Der Rowdy war sich seines Sieges sicher, sollte sich aber

getäuscht haben, denn Yim Wing Chun schlug ihn zu Boden.

Nachdem Yim Wing Chun den Schläger besiegt hatte, setzte sie ihr Training fort. Als Ng Mui beschloss, weiterzureisen, ermahnte sie

Yim Wing Chun, einen würdigen Nachfolger zu finden und nur die richtigen Schüler zu unterweisen. Diese Mahnung wurde auch von

den folgenden Generationen befolgt.

Die Geschichte der Yim Wing Chun wurde 1994 mit Michelle Yeoh (Wing Chun) und 2010 mit Bai Jing (Kung Fu Wing Chun), die eine

Schülerin von Yip Mans ältestem Sohn Ip Chun war, verfilmt.

 

Weiter Infos auf Wikipedia

http://fight-for-life.eu/administrator/index.php?option=com_jce&view=editor&layout=plugin&plugin=imgmanager&f90a42e0dd6e71d95a319d3db32facab=1&component_id=16#rollover_tab
 
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